Dienstag, 26. Juli 2011
21:14 Uhr
Rob Ager hat einmal in einer aufwendigen Detailarbeit die Architektur des Hotels in Kubricks „The Shining“ (1980) analysiert und zahlreiche räumliche Unmöglichkeiten aufgedeckt: Fenster im Gebäudeinneren, Türen zu Räumen, die gar nicht existieren können, überlappende Räume. Er interpretiert dies als absichtliche Fehler Kubricks, um dem Zuschauer ein Gefühl der Desorientierung im Hotel zu vermitteln und eine M.C. Escher–artige Verwirrung zu konstruieren.
Dienstag, 19. Juli 2011
22:56 Uhr
Es gab zahlreiche Versuche zu beschreiben, was „Primer“ eigentlich für ein Film sei. Ein Film für Mathematiker, Philosophen, Nerds und Akademiker, konstatiert Roger Ebert. Häufig ist auch einfach eine lange Reihe von Fragezeichen zu finden, wenn in Internetforen nach dem Film sucht. Dass sie selbst nach viermaligem Schauen den Film nicht verstanden hätten, erklären andere. Die vermutlich witzigste Beschreibung des Independent-Films ist wohl dem Webcomic xkcd gelungen, der sehr bildlich die Komplexität der Herr-der-Ringe-Trilogie mit der von „Primer“ vergleicht. Wovon handelt „Primer“ nun? Von Zeitreisen. Von wahrscheinlich einem der elaboriertesten Ansätze seit Jahren, einen Film über Zeitreisen zu drehen.
Abe und Aaron, zwei befreundete Physiker, bauen in ihrer Freizeit nebengeschäftlich Computerchips, um ihre eigenen Wissenschaftsprojekte finanzieren zu können. Bei einem Versuch, das Gewicht eines Objektes künstlich zu verringern, fällt ihnen ein merkwürdiger Pilz auf, der plötzlich an einem der Objekte zu finden ist. Nachforschungen ergeben, dass es sich um einen ganz gewöhnlichen Fungus handelt, der aber normalerweise erst nach mehreren Monaten bei Holzgegenständen ansetzt. Noch bevor wirklich klar wird, was geschehen ist, erscheint ein Doppelgänger von Abe, der sich in einen Gebäudekomplex begibt und daraufhin verschwindet. Die Schlussfolgerung, dass eine Zeitreise stattgefunden hat, findet ihre erste Krise, als ein Zeitreisender in die Vergangenheit reist um die Entdeckung der Zeitreise zu verhindern, aber daraufhin eine noch zukünftigere Version des Zeitreisenden sich selbst daran hindert, die Entdeckung zu verhindern.
Montag, 4. Juli 2011
20:46 Uhr
Entlang des 38. Breitengrades der koreanischen Halbinsel verläuft die koreanisch-koreanische Grenze. Innerhalb der sonst demilitarisierten Zone befindet sich hier die titelgebende Joint Security Area („gemeinsame Sicherheitszone“), eine militärische Siedlung beider Staaten, an der sich nord– und südkoreanische Grenzsoldaten sprichwörtlich von Angesicht zu Angesicht gegenüber stehen.
„Fotografieren ist verboten. Kommunikation von Südkoreanern mit der nordkoreanischen Seite ist verboten“, wird einer Gruppe von vorbeikommenden Touristen erklärt, als durch einen zufälligen Windstoß einer westlichen Touristin ihre Südkorea-Baseballkappe vom Kopf geweht wird. Sie läuft der Kappe hinterher, muss jedoch mit Erschrecken feststellen, wo die Mütze gelandet ist: hinter der Grenze, gerade 10 cm auf nordkoreanischem Boden. Ein kurzer Moment der Stille, die Touristengruppe tuschelt. Ein nordkoreanischer Wachposten hebt die Kappe auf und reicht sie vorsichtig wieder hinüber. Der Touristenführer nimmt die Mütze entgegen und bedankt sich.
Diese kleine Szene steht inhaltlich in keinem direkten Zusammenhang mit dem Rest der Handlung, kann aber trotzdem als die Schlüsselszene des Film betrachtet werden. Denn einerseits zeigt sie mit einfachsten Mitteln die angespannte Atmosphäre an der koreanischen Grenze, andererseits steht sie sinnbildhaft für die gesamte Handlung des Films: Wenn schon eine einfache Mütze problematisch ist, was würde dann erst passieren, wenn ein ganzer Südkoreaner einmal aus Versehen nordkoreanischen Boden betritt? weiterlesen »
Mittwoch, 16. September 2009
22:59 Uhr

Dies ist zwar kein Filmhinweis oder dergleichen, aber vielleicht auch ein interessantes Gimmick für so manchen Filmliebhaber:
Der Blogger David Honnorat hat die 250 besten Filme aller Zeiten (nach IMDb Bewertungen) zu einer Art Bahn-Liniennetz in recht anschaulicher Weise zusammengefügt. weiterlesen »
